Bildungswissenschaften

Erziehungswissenschaft

Die aktuellen sowie abgeschlossenen Projekte sind auf der Homepage der AG Schulforschung/Schulpädagogik zu finden:

https://www.schulpaedagogik.uni-mainz.de/sense/projekte/

Institut für Erziehungswissenschaft
AG Schulforschung / Schulpädagogik
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
55099 Mainz

Adressierungen und Interaktionen im kulturellen Vergleich

Interpretiert wurden dokumentierte und transkribierte Unterrichtssequenzen und Materialien aus dem Unterricht, die aus Forschungs- und Lehrprojekten hervorgegangen sind. In einem Verständnis von Unterricht als Interaktionsgeschehen wurden Beobachtungsprotokolle und Transkriptionen systematisch als Fallstudien für forschungsorientierte Veranstaltungen und Werkstätten in der universitären Lehrerbildung aufbereitet (Schelle/Rabenstein/Reh 2010). Ein online-Archiv für die interne Nutzung von Dokumenten aus Deutschland, Frankreich, Senegal ist an der JGU eingerichtet. Eine Publikation zur methodengeleiteten kasuistischen Arbeit mit dokumentierten Unterrichtssituationen aus Deutschland, England, Frankreich und Senegal ist erschienen (Schelle, Fritzsche, Lehmann-Rommel 2021).

In Kooperation mit Prof. Bettina Fritzsche, Dr. Roswitha Lehman-Rommel, beide PH-Freiburg, Beratung Prof. Sabine Reh, HU Berlin/DIPF

Kontakt:
Univ.-Prof. Dr. Carla Schelle (E-Mail)
Institut für Erziehungswissenschaft
AG Schulforschung / Schulpädagogik
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
55099 Mainz

DFG-Forschungsprojekt (2018-2021): Zur Konstituierung von Gegenständen in politisch-historischen Unterrichtssituationen in Frankreich und Deutschland – Eine vergleichende Rekonstruktion

Mit dem von der DFG bewilligten Projekt wurde anhand von politisch-historischen Unterrichtssituationen rekonstruiert, wie Unterrichtsgegenstände von Lehrpersonen und Schülerinnen und Schülern in Sekundarschulen in Deutschland und in Frankreich kommunikativ und interaktional hergestellt werden. Die Studie reiht sich ein in wenige bislang vorliegende qualitative Studien einer vergleichenden deutsch-französischen Unterrichtsforschung.

In Kooperation: Arbeitskreis für Fachunterrichtsforschung Politik, DFDK Mainz-Dijon, Dr. Frédérique Montandon, Université Paris Est Créteil

Kontakt:
Univ.-Prof. Dr. Carla Schelle (E-Mail)
Institut für Erziehungswissenschaft
AG Schulforschung / Schulpädagogik
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
55099 Mainz

Psychologie

Online-Selbstregulationstraining für Studierende – ein wissenschaftlich fundiertes Instrument zur Verbesserung von Lernstrategien

Selbstreguliertes Lernen ist empirisch belegt als eine der zentralen Kompetenzen, die zu einem erfolgreichen Studium befähigen. Leider bringen viele Studierende aus ihrer Schulzeit nicht die notwendigen Lernstrategien mit, um den Anforderungen der Universität gerecht zu werden. Dies kann sich in schlechten Noten, hohen Abbruchquoten und niedriger Studienzufriedenheit niederschlagen. Daher erscheint eine möglichst flächendeckende Förderung der Selbstregulationskompetenz nötig.

Im Rahmen meiner Dissertation habe ich an der TU Darmstadt ein preisgekröntes web-basiertes Selbstregulationstraining entwickelt, das in empirischen Studien sehr gute Wirksamkeitsnachweise erzielte. Dieses web-basierte Training (WBT) vermittelt zentrale Lernstrategien auf Basis eines elaborierten theoretischen Modells. Die Studierenden lernen darin, wie sie sich sinnvolle Ziele setzen können, daraus einen Lernplan ableiten und diesen auch in die Tat umsetzen können. Im beantragten Projekt wird das WBT an die Universität Mainz transferiert und für den Einsatz mit Studierenden der Bildungswissenschaften angepasst. Die Lernstrategien, die im WBT vermittelt werden, sind grundsätzlich auf jedes Studienfach anwendbar, dennoch zeigt die Forschung, dass Studierende besonders gut profitieren, wenn sie anhand konkreter Beispiele aus dem Studienfach erläutert werden und die besonderen Rahmenbedingungen des jeweiligen Studiengangs berücksichtigt werden.

Durch eine Förderung der Carl-Zeiss-Stiftung konnte das WBT für die Fächer Biologie und Chemie angepasst werden und wurde quantitativ und qualitativ evaluiert, um seine Wirksamkeit zu dokumentieren. Es zeigten sich sowohl eine hohe Zufriedenheit als auch positive Effekte auf Klausurleistungen. Forschungsbedarf besteht darin, wie die Teilnahmequote bei dem freiwilligen Angebot erhöht und die Abbruchquote während des Trainings reduziert werden kann.

Als Lösungsansatz verfolgen wir derzeit, das WBT zu ergänzen um ein Coaching-Angebot. Dabei werden fortgeschrittene Studierende zu Coaches ausgebildet. Die eigentlichen Teilnehmer*innen des treffen sich in Gruppen von etwa drei Personen zu mehreren Coaching-Sessions, um die neu erlernten Lernstrategien zu diskutieren, Alltagserfolge zu teilen und Hilfe von der Gruppe oder den Coaches zu erhalten.

Kontakt:
Dr. Henrik Bellhäuser ( E-Mail)
Psychologisches Institut
Abteilung Psychologie in den Bildungswissenschaften
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
55099 Mainz

Gefördert durch:
Carl-Zeiss Stiftung Kolleg (CZSK)

Evaluation der Lehrkräfteausbildung unter besonderer Berücksichtigung des Vorbereitungsdienstes in Rheinland-Pfalz: Phasenübergreifende Kompetenzentwicklung

Die professionelle Entwicklung von Lehrerinnen und Lehrern vollzieht sich auch in Rheinland-Pfalz in mehreren Phasen. Dem Studium in lehramtsbezogenen Studiengängen (1. Phase) folgt der Vorbereitungsdienst (2. Phase), der zur dritten Phase, der Fort- und Weiterbildung inklusive des Berufseinstieges hinführt.

Für die Ausgestaltung des Studiums sind die Universitäten zuständig, während für den Vorbereitungsdienst die Studienseminare verantwortlich sind. Die zwei ersten Phasen der Lehramtsausbildung sind in Rheinland-Pfalz frühzeitig dadurch verzahnt, dass die angehenden Lehrkräfte Schulpraktika während des Studiums durchlaufen, die in der Verantwortlichkeit der Studienseminare liegen. Ein Gesamtbild über die professionelle Entwicklung in dieser gestuften und von mehreren Institutionen geleisteten Ausbildung fehlt weitgehend. Im Rahmen dieser Studie werden auch die Bedingungen in den Blick genommen, die auf der Seite der Ausbilderinnen und Ausbilder die Kompetenzentwicklung der Lehrkräfte und die Umsetzung der Ausbildungsreformen beeinflusst.

Mit diesem Forschungsprojekt unternehmen wir einen ersten Schritt, um relevante Faktoren und Entwicklungslinien in der ersten und zweiten Phase der Lehrkräfteausbildung aus der Perspektive der Anwärterinnen und Anwärter zu erfassen und diese durch die Sicht der Ausbilderinnen und Ausbilder zu ergänzen.

Publikation: Burger, J., Bellhäuser, H., & Imhof, M. (in press). Mentoring styles and novice teachers’ well-being: The role of basic need satisfaction. Teaching and Teacher Education.

Zur Projekthomepage

Kontakt:
Prof. Dr. Margarete Imhof ( E-Mail)
Dr. Simone Ohlemann ( E-Mail)
Julian Burger, Dipl.-Psych.
Psychologisches Institut
Abteilung Psychologie in den Bildungswissenschaften
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
55099 Mainz

Gefördert durch:
Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, Rheinland-Pfalz (MWWK)

Forschungsprojekt "Classroom Management: Kompetenzentwicklung im Planspiel"

Der Schulalltag von Lehrern und Lehrerinnen stellt aus psychologischer Sicht eine komplexe Problemsituation dar, für deren Bewältigung es oft nicht ausreicht, aus der didaktisch-methodischen Hochschullehre direkt „Rezepte" für das Handeln abzuleiten und anzuwenden. Ein Teil dieses Curriculums stützt sich auf Planspiele. Aus diesem Grund soll eigens für Anforderungen im Lehreralltag ein Planspiel entwickelt werden, das gleichermaßen als Diagnose- und Trainingsinstrument zur schulspezifischen Problemlösekompetenz dient.

Im Rahmen eines Seminars für angehende Lehrer und Lehrerinnen an der Johannes-Gutenberg- Universität Mainz soll dies zur Evaluation und Weiterentwicklung durchgeführt werden. Auf diese Weise kann erreicht werden, dass Studierende komplexe Kompetenzen erwerben und nicht nur Wissensinseln bilden. Sie entwickeln transferierbare Problemlösestrategien und Teamfertigkeiten.

Kontakt:
Prof. Dr. Margarete Imhof ( E-Mail)
Psychologisches Institut
Abteilung Psychologie in den Bildungswissenschaften
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
55099 Mainz

Kooperationen mit:
Prof. Dr. Ulrike Starker, Hochschule Harz
Prof. Dr. Rüdiger von der Weth, THU Dresden
Projektmitarbeiterin: Dr. des. Katharina Preuß

StiL – Stark in den Lehreralltag

Das Vertrauen in die eigene Fähigkeit, (bislang unbekannte) Herausforderungen im Beruf zu meistern, ist eine wichtige Ressource für Erfolg und Wohlbefinden. Für das Berufsfeld der Lehrerinnen und Lehrer hat man sogar starke Anhaltspunkte dafür gefunden, dass diese Selbstwirksamkeitserwartung bis auf Ebene der Motivation und das Leistungsniveau der Schülerinnen und Schüler eine nachweisbare Wirkung entfaltet. Das Projekt StiL nimmt sich daher vor, die Selbstwirksamkeitserwartung von zukünftigen Lehrerinnen und Lehrern bereits im Studium zu stärken (Karavaya, 2019). Eine Weiterentwicklung des Trainings sehen wir in der Erstellung, Einführung und Evaluation eines Selbstwirksamkeitserwartungstrainings für Lehramtsstudierende in Form eines integrierten Blended-Learning Konzepts (Treutner, 2020). Die innovative Idee des Trainings ist die gleichzeitige Stärkung von Lehrergesundheit und den unterrichtsspezifischen Kompetenzen. Selbstwirksamkeit beschreibt die eigene Überzeugung, schwierige Situationen (hier bereichsspezifisch im Lehreralltag) erfolgreich meistern zu können. So konnten Voss, Kleickmann, Kunter und Hachfeld (2011) zeigen, dass Lehrerüberzeugungen einen bedeutsamen Einfluss auf den Lernerfolg ihrer Schüler haben. Zudem nimmt die psychische Beanspruchung bei Lehrkräften bedrohlich zu: Ca. 80% der Lehrkräfte erfüllen die Kriterien für Burnout (Sonowsky-Waschek, 2013). Forschungsergebnisse belegen mehrfach: Selbstwirksamkeitserwartung gilt als protektiver Faktor gegen Burnout (Brown, 2012; Schwerdtfeger et al., 2008; Schmitz & Schwarzer, 2002; Stueck et al., 2015). Im Training selbst werden verschiedene Bereiche, wie eigene Erfahrungen und Modelllernen vor allem durch Wissensvermittlung, Übungs- oder Reflexionsaufgaben gefördert (Karavaya, Treutner & Lohr, im Druck).

Kontakt:
Alena Eder-Karavaya ( E-Mail)
Dagmar Treutner ( E-Mail)
Psychologisches Institut
Abteilung Psychologie in den Bildungswissenschaften
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
55099 Mainz

Förderung durch: Gutenberg Lehr-Kolleg

Soziologie

DFG-Forschungsprojekt: „Universitäre Urteile. Die Bewertung studentischer Leistungen in den Ingenieurs- und Geschichtswissenschaften“ (2021-2024)

Als Bildungsorganisationen führen Universitäten und Hochschulen die (Aus-)Bildung derjenigen Gesellschaftsmitglieder fort, die die weiterführende Schule erfolgreich abgeschlossen haben (i.d.R. mit dem (Fach-)Abitur). Sie vermitteln ihren temporären Organisationsmitgliedern – Studentinnen und Studenten – das je spezifische Wissen der Disziplin und üben dieses Fachwissen u.a. mit Exkursionen, Forschungsseminaren, Labortätigkeiten und Praktika ein. Mit diesen Lehrveranstaltungen und Stationen des Studiums gehen Kategorisierungen der Student/innen durch das universitäre Lehrpersonal einher: Professor/innen und wissenschaftliche Mitarbeiter/innen beobachten dabei nicht nur, in welcher Weise das Fachwissen sprachlich oder methodisch beherrscht und gekonnt, sondern ebenso wie es von den Student/innen selbst eingeschätzt und beurteilt wird. Hier setzt das Projekt an und will am Fall von zwei universitären Disziplinen diesen komplexen Prozess des Lehrens, Prüfens und Bewertens erforschen und damit die Kategorisierung und Markierung der Student/innen in den Blick nehmen. Empirisch untersucht das Forschungsprojekt in einem kontrastiven Design das universitäre Urteilen in den Geschichts- und Ingenieurswissenschaften und fragt analytisch nach den spezifischen sozialen, materiellen und symbolischen Dimensionen universitären Lehrens und Prüfens.

Kontakt:
Univ.-Prof. Dr. Herbert Kalthoff ( E-Mail)
Institut für Soziologie
Arbeitsbereich Wissen, Bildung, Qualitative Methoden
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
55099 Mainz