Für B.Ed./M.Ed.-Studierende


1. Reform des Lehramtsstudiums

Im Zuge des Bologna-Prozesses hat sich Deutschland mit seinen europäischen Nachbarn auf eine flächendeckende Umstellung der Studienstruktur geeinigt. Im Wesentlichen sollen der Bologna-Erklärung vom 19. Juni 1999 zufolge

  • leicht vergleichbare und verständliche Studiengänge,
  • ein zweistufiges System von Studienabschlüssen und
  • ein Leistungspunktesystem (nach dem ECTS-Modell)

geschaffen werden.

Das neue Konzept der Lehramtsausbildung wurde als praxisorientierter Bachelor-/Masterstudiengang umgesetzt. Im Mittelpunkt stehen neben dem dualen Ansatz der Ausbildung

  • verbindliche curriculare Standards und
  • ein erhöhter Anteil der Fachdidaktiken und schulpraktischer Studien im Lehramtsstudium.

Die Umstellung der Lehramtsstudiengänge verfolgt dabei besondere Ziele wie

  • eine stärkere Orientierung des Studiums an den Anforderungen der Schule,
  • eine bessere Verzahnung von Studium und schulpraktischer Ausbildung,
  • eine größere Durchlässigkeit zwischen den Lehramtsstudiengängen verschiedener Zielschularten,
  • eine bessere Platzierung und Organisation des Studiums innerhalb der Universität.

Nach dem Beschluss der Kultusministerkonferenz vom Juni 2005 werden Bachelor- und Masterabschlüsse im Lehramt in allen Bundesländern anerkannt, wenn das Studium u.a.

  • mindestens zwei Fachwissenschaften sowie Bildungswissenschaften während der Bachelor- und Masterphase,
  • schulpraktische Studien bereits während des Bachelor-Studiums

integriert.

2. Was bedeutet die Umstellung des Lehramtsstudiums auf die Bachelor-/Masterstudienstruktur für die Studierenden?

Zum Wintersemester 2008/2009 wurde das Lehramtsstudium an der JGU Mainz auf die Bachelor-/Masterstudienstruktur umgestellt.

Studierende, die ihr Lehramtsstudium an der JGU Mainz zum Wintersemester 2008/2009 oder später aufgenommen haben oder aufnehmen, werden daher in die lehramtsbezogenen Bachelorstudiengänge (Bachelor of Education/B.Ed.) eingeschrieben. Für sie gilt dann die Landesverordnung über die Anerkennung von Hochschulprüfungen lehramtsbezogener Bachelor- und Masterstudiengänge als Erste Staatsprüfung für Lehrämter (in der jeweiligen Fassung). Die Landesverordnung (LVO) regelt im Sinne einer Rahmenordnung die Voraussetzungen, unter denen die Prüfungsleistungen aus den Hochschulstudiengängen als Erste Staatsprüfung anerkannt werden. Die aktuelle LVO und die aktuellen Hochschulprüfungsordnungen der Uni Mainz für die lehramtsbezogenen Bachelor- und Masterstudiengänge finden Sie unter Downloads auf der rechten Seite, ältere Fassungen unter Archiv: Landesverordnungen/Prüfungsordnungen.

Das "alte" Staatsexamensstudium läuft seit dem WiSe 2008/2009 sukzessive aus.
Dementsprechend ist eine Einschreibung in den Staatsexamensstudiengang - auch für ein höheres Fachsemester - nicht mehr möglich. 

 

3. Der Aufbau des Studiums

Der lehramtsbezogene Studiengang Bachelor of Education (B.Ed.) umfasst sechs, der lehramtsbezogene Studiengang Master of Education (M.Ed.) mit dem Studienziel Lehramt an Gymnasien vier Semester. Das Absolvieren des Masterstudiums erfordert ein zuvor abgeschlossenes Bachelorstudium und ist Voraussetzung für die Aufnahme einer Lehrtätigkeit.

Ein besonderes Merkmal des B.Ed.-Studiengangs in Rheinland-Pfalz ist seine polyvalente Ausrichtung. Polyvalenz bedeutet in diesem Fall, dass die ersten vier Semester des Bachelorstudiums unabhängig von der späteren Ausrichtung auf einen Schultyp identisch sind. Erst ab dem fünften Semester weist das Studium eine schulartspezifische Ausrichtung auf. Das heißt, dass Lehramtsstudierende der JGU Mainz ab dem 5. Semester nur mit dem Studienziel Lehramt an Gymnasien weiterstudieren können.

Das Lehramtsstudium umfasst zwei Fachwissenschaften sowie das Fach Bildungswissenschaften.

Folgende Fachwissenschaften werden für das Lehramt an der JGU Mainz angeboten:

Bildende Kunst, Biologie, Chemie, Deutsch, Englisch, Evangelische Religionslehre, Französisch, Geographie, Geschichte, Griechisch, Informatik, Italienisch, Katholische Religionslehre, Latein, Mathematik, Musik, Philosophie, Physik, Russisch, Sozialkunde, Spanisch, Sport.

Die beiden Fachwissenschaften sind aus dem Angebot der Lehramtsfächer frei wählbar. Nicht möglich ist lediglich die Kombination Bildende Kunst/Musik. Eine Sonderregelung besteht für das Fach Informatik, das ausschließlich mit Mathematik oder Physik kombiniert werden kann.

Die Angabe des Studienaufwands erfolgt im B.Ed./M.Ed.-Studiengang in Leistungspunkten (LP) gemäß dem European Credit Transfer System (ECTS). Ein Leistungspunkt entspricht einem „Workload“ (Arbeitsaufwand) von 30 Zeitstunden.

Die Regelstudienzeit im B.Ed.-Studiengang beträgt sechs Semester und umfasst 180 Leistungspunkte; der M.Ed.-Studiengang mit dem Studienziel Lehramt an Gymnasien wird in einem Umfang von vier Semestern und 120 Leistungspunkten studiert.

Die Leistungspunkte verteilen sich folgendermaßen: 

 

Bachelor of Education (B.Ed.)
 Fach 1 (inkl. Fachdidaktik
 65 LP
 Fach 2 (inkl. Fachdidaktik)
 65 LP
Bildungswissenschaften  30 LP
 Bachelorarbeit
 10 LP
Schulpraktika  10 LP
Summe  180 LP

 

 Master of Education (M.Ed.) - mit dem Studienziel Lehramt an Gymnasien
 Fach 1 (inkl. Fachdidaktik)
 42 LP
 Fach 2 (inkl. Fachdidaktik)
 42 LP
 Bildungswissenschaften
 12 LP
Masterarbeit  20 LP
Schulpraktika  4 LP
Summe  120 LP

Ausnahme: Bei Kombinationen mit den Fächern Musik und Bildende Kunst entfallen auf diese Fächer 134 LP (B.Ed.: 65, M.Ed.: 69) und auf das nichtkünstlerische Zweitfach entsprechend 80 LP (B.Ed.: 65, M.Ed.: 15).

Der Anteil der Fachdidaktik beträgt mindestens 15% der Leistungspunkte des jeweiligen Faches.

Informationen zu den Studieninhalten der einzelnen Fächer sind der Prüfungsordnung sowie den Modulhandbüchern zu entnehmen, die Sie i.d.R. auf den Institutsseiten finden und downloaden können.

4. Bildungswissenschaften

Studierende des Studiengangs Bachelor of Education bzw. Master of Education müssen das modularisierte Fach Bildungswissenschaften als verpflichtendes drittes Studienfach zusätzlich zu den zwei gewählten Fachwissenschaften belegen.

Mit der Einführung der Bildungswissenschaften wurde der pädagogische Anteil der Lehrerbildung in ein eigenständiges Studienfach überführt. Es handelt sich um ein interdisziplinäres sozialwissenschaftliches Studium, in dessen Mittelpunkt die berufswissenschaftliche Grundlegung schulpädagogischen Handelns steht. Getragen wird das Fach von den drei Disziplinen Erziehungswissenschaften, Psychologie und Soziologie.

Das Fach gliedert sich in insgesamt vier Module, von denen drei Bestandteil des Bachelorstudiums sind und ein Modul Teil des Masterstudiums ist. Es wird empfohlen, die Module in der vorgegebenen Reihenfolge zu studieren.

Modul

Studiengang

LP

SWS

Sozialisation, Erziehung, Bildung

Bachelor

10

8

Didaktik, Methodik, Kommunikation, Medien

Bachelor

10

8

Diagnostik, Heterogenität, Differenzierung und Inklusion

Bachelor

10

8

Schulentwicklung und differenzielle Didaktik

Master

12

6

 Weitere Informationen zum Studiengang Bildungswissenschaften finden Sie auf den Seiten der AG Schulpädagogik.

5. Fachdidaktik

Unter Fachdidaktik versteht man die Konkretisierung von Didaktik für ein bestimmtes Fach. Sie unterscheidet sich hierdurch von der allgemeinen (fächerübergreifenden) Didaktik und steht somit an der Schnittstelle zwischen Pädagogik und der jeweiligen Fachwissenschaft. Durch die Ausweitung des Fachdidaktikanteils im Lehramtsstudium sollen die Studierenden besser auf die didaktischen Anforderungen des Lehrberufs vorbereitet werden.

Im B.Ed.-/M.Ed.-Studiengang sind die Fachdidaktiken mit einem Anteil von mindestens 15% der Leistungspunkte pro Fach verpflichtender Bestandteil des Studiums.

6. Schulpraktika

Schulpraktika sollen Elemente der Berufspraxis, die ein großer Teil der Studierenden im "alten" Staatsexamensstudiengang in der Regel erst nach Abschluss des Studiums kennen lernen konnte, in das Studium integrieren. Durch die Verbindung des Studiums mit schulischen, erzieherischen und unterrichtlichen Anforderungen soll zum einen frühzeitig ein wissenschaftlich fundiertes Handlungsverständnis aufgebaut werden. Zum anderen dienen die Praktika der Überprüfung der persönlichen Eignung und Neigung für den Lehrberuf – und zwar zu einer Zeit, in der die eigenen Studien- und Berufsziele noch korrigiert werden können.

Aus diesem Grund sowie im Zuge der Reduzierung der Referendariatsdauer von zuvor 24 auf nun 18 Monate wurde der schulpraktische Anteil während des Studiums erhöht. Statt zuvor insgesamt drei Schulpraktika sind nun vier (bzw. fünf) verpflichtende Praktika während des Bachelor- und Masterstudiums zu absolvieren: zwei (bzw. drei) Orientierende Praktika im B.Ed.-Studiengang sowie zwei Vertiefende Praktika, jeweils eines im B.Ed.- und eines im M.Ed.-Studiengang.

7. Prüfungen

Die Endnote im Studiengang Bachelor of Education setzt sich zusammen aus:

  • der Bachelorarbeit und
  • den studienbegleitenden Modulprüfungen des B.Ed.-Studiums

Die Endnote des Studiengangs Master of Education setzt sich zusammen aus:

  • der Masterarbeit (die in einem anderen Fach als die Bachelorarbeit geschrieben werden muss) und
  • den studienbegleitenden Modulprüfungen des M.Ed.-Studiums (wobei jeweils eine Modulprüfung in Form einer mündlichen Prüfung im Fach Bildungswissenschaften sowie in den beiden gewählten Fachwissenschaften abzuleisten ist).

8. JOGUStINe

Um den Anforderungen der Bachelor-/Masterstruktur gerecht zu werden, wurde zum 1. Februar 2009 das integrierte Studien- und Prüfungsverwaltungssystem JOGUStiNe eingeführt, das folgende Funktionen erfüllt bzw. erfüllen soll:

  • Bewerbung, Auswahl, Zulassung
  • Studierendenverwaltung
  • Gebühren- und Studienkontenverwaltung
  • Raum- und Lehrveranstaltungsverwaltung
  • Studiums- und Prüfungsverwaltung

Durch JOGUStiNe ist nicht nur der Organisationsaufwand der Verwaltung und der Lehrenden, sondern gerade auch der Studierenden erheblich reduziert worden. Folgende Vorgänge ihres Studiums können die Studierenden ausschließlich online über JOGUStiNe abwickeln:

  • Bewerbung zum Studium
  • Beantragung eines Fachwechsels oder eines Urlaubssemesters
  • Anmeldungen zu Modulen, Lehrveranstaltungen und Prüfungen
  • Automatische Erstellung eines personalisierten Online-Stundenplans
  • Informationen über Termin- und Raumänderungen
  • Einsehen von Lehrmaterialien, Studien- und Prüfungsleistungen
  • Ausdruck von Scheinen und Teilnahmebestätigungen

 Zugriff auf JOGUStiNe erhalten die Studierenden über ihren ZDV-Account.

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